Willkommen in der Zürcher Schatzkammer

Drucke, Karten, Handschriften, Kinderbücher, Schachbibliothek, Musiknoten, Fennica: Das sind nur einige der vielen Schätze, welche die Zentralbibliothek Zürich pflegt. Als Gedächtnis von Zürich hütet sie zudem die Turicensia und sammelt Informationen zur Geschichte, Kultur und Landeskunde von Stadt und Kanton Zürich. Die hier gezeigten Sujets sind eine Auswahl des breit angelegten Spektrums. Stöbern Sie durch unsere Vielfalt und entdecken Sie noch mehr Schätze!

Wickiana Sonne

Die weltbekannte «Wickiana»

Die weltweit bekannte «Wickiana» ist eine vom Zürcher Pfarrer Johann Jacob Wick (1522–1588) angelegte Sammlung mit Berichten von Wunderzeichen, Himmelserscheinungen, Kriegs- und Mordfällen und anderen Ereignissen, woraus man den Willen Gottes zu deuten hoffte. In 24 grossen, handgeschriebenen und farbenfroh illustrierten Bänden, in die auch zahlreiche Einblattdrucke eingeklebt waren, überliefert diese frühneuzeitliche Nachrichtensammlung – eine der grössten und bedeutendsten ihrer Art – Begebenheiten aus der Schweiz und ganz Europa, häufig Ereignisse von lokaler Bedeutung, die nirgends sonst belegt sind.

Bild: Die Wunderzeichen aus Wick stammen aus Band 8/9 (Jahre 1569–1571), Signatur Ms F 19, f. 216v

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Aktueller Buchtipp

Penrice Gaby

Ein Buch aus einer Zeit, in der man in den Zürcher Aussenquartieren noch Mist herumkarrte. Was mir an diesem Buch so gefällt, ist die Beschreibung der Stadt Zürich und seiner Menschen zu einer Zeit, in der die Unterschiede von Reich und Arm viel ausgeprägter waren als heute.

Gabrielle Maria Penrice-Aebi, Direktionsassistentin

Du bist kein Engel Angela

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Zu diesem Buch habe ich eine sehr spezielle Beziehung. Es ist eines meiner ersten Bücher, das ich auf Empfehlung meines Vaters gelesen habe. Nur schon das Wortspiel im Titel mit Engel und dem Namen Angela klang damals mit vielleicht 15 Jahren für mich nach einer interessanten und vielversprechenden Lektüre. Was ich damals beim Lesen gefühlt oder gedacht habe, weiss ich leider nicht mehr, aber der Titel ist mir bis heute geblieben. Gelesen habe ich das Buch als Erwachsene dann auch wieder, und zwar als es mir beim Räumen der Wohnung meiner Eltern wieder in die Hände kam. In dem Moment wollte ich erneut wissen, was es mit diesem Titel schon wieder auf sich gehabt hatte.

Was mir an diesem Buch so gefällt, ist die Beschreibung der Stadt Zürich und seiner Menschen zu einer Zeit, in der die Unterschiede von Reich und Arm viel ausgeprägter waren als heute. Eine Zeit, in der man in den Zürcher Aussenquartieren noch Mist herumkarrte und der Paradeplatz mit der Bahnhofstrasse nur für die Elite der Stadt war.

Kurz zusammengefasst behandelt der Roman die Entstehung und Überwindung von Eifersuchtsgefüh­len. Angela wächst anfangs des 20. Jahrhunderts in Zürich in schwierigen sozialen Verhältnissen auf und wird von ihrer überforderten Mutter, die bis spät abends für andere Leute bügeln muss, abgelehnt, beschimpft und geschlagen. Der Roman zeigt auf, wie aus einer solchen Situation Eifersuchtsgefühle auf all jene, die «es besser haben», entstehen können und wie Angela dadurch in den Kampf mit der ganzen Menschheit gerät. Zum Glück helfen ihr nahestehende Personen, die den Lebensstil des Mädchens durchschauen und Angelas unglückliche Interpretation ihrer Lebensumstände erkennen. Durch diese Unterstützung gelingt es ihr, sich mit anderen Menschen zu befreunden und sich schlussendlich auch mit ihrer Mutter auszusöhnen.

Der Autor, Walter Alvares Keller, geboren am 28.2.1908 in Zürich, war etwa im Alter meines Grossvaters und ist durch seinen eher ungewöhnlichen Lebenslauf erst spät zum Bücherschreiben gekommen. Er machte 1924 eine kaufmännische Lehre und wanderte anschliessend 1927 nach Brasilien aus, wo er drei Jahre später die Tochter eines deutsch-baltischen Urwaldkolonisten heiratete. Er war in den un­terschiedlichsten Berufen tätig, und als er 1932 in Brasilien schwer erkrankte, kehrte er zurück nach Zürich. Er war Mitglied der Sozialdemokratischen Partei (SP) und des Kaufmännischen Vereins Zürich. Von 1951 bis 1965 war er ebenfalls Mitglied des Zürcher Gemeinderats. Ab 1946 verfasste er Romane mit sozialem Gehalt und erhielt 1954 eine Ehrengabe der Stadt Zürich. Er verstarb am 2.9.1965 in Zürich, wo ihm die Stadt daraufhin 1966 an seinem letzten Wohnsitz eine Gedenktafel widmete.

Loewe ZB Fassade

Züri-Leu

Ganz oben in der Hauptfassade der ZB befindet sich der Züri-Leu, der eine Schreibfeder umfasst. Das Wappentier der Stadt Zürich wurde beim Bau 1914–1916 offensichtlich in einer bibliophilen Version in das damalige neue Gebäude integriert; jedoch so unauffällig, dass er nur mit einer Drohne fotografiert werden konnte.

Bild: Drohnenbild vom Züri-Leu an der Fassade des Hauptgebäudes der ZB

Tolstoi

Leo Tolstoi

Die Fotogravüre gibt den russischen Schriftsteller Leo Tolstoi (1828–1910) im Alter von gut siebzig Jahren wieder. Einem russischen Adelsgeschlecht entstammend, avancierte er zum führenden Vertreter des realistischen Romans. Damit wird eine Literaturströmung des 19. Jahrhunderts bezeichnet, die bestrebt ist, die Lebensumstände objektiv wiederzugeben. Tolstois historischer Roman «Krieg und Frieden» und der tragisch endende Eheroman «Anna Karenina» gehören zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Die Fotografie ist Teil des umfangreichen Bestandes an dokumentarischer Fotografie im Bestand der Graphischen Sammlung. Die ZB verfügt aber nicht nur über slavistische Bestände in der Graphischen Sammlung, sondern über einen sehr grossen Literaturbestand in allen slavischen Sprachen. Zusammen mit dem Slavischen Seminar der Universität Zürich bildet die ZB den grössten Slavistik-Standort der Schweiz.

Bild: Fotogravüre von Leo Tolstoi (um 1900)

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Weitere ZB- Schätze

Schwedisches Häuschen

Am Meer und anderswo ...

100 Jahre ZB – 100 Jahre Finnland: Wir laden Sie zur Mitternachtssonne ein. In der Bibliotheca Fennica der Zentralbibliothek Zürich finden Sie Belletristik für eine literarische Reise in finnischer Sprache oder in deutscher Übersetzung und ausgewählte Titel zu Finnland. Aber das ist nicht alles, weit ist der Horizont im Norden! Unser literarischer Bestand erstreckt sich über ganz Skandinavien mit Neuheiten aus Schweden, Dänemark, Norwegen oder Island in Originalsprache und in deutscher Übersetzung. Schönen Sommer – mukavaa kesää – skön sommar!
Mickey Mouse

Mickey Mouse

Dem geneigten Liebhaber von Comic-Figuren bereits aus den Zeichentrickfilmen bekannt, erobert Mickey Mouse in den 1930er Jahren auch die Herzen der Schweizer Kinder (und Erwachsenen). Diesen Hintergrund nutzt der Zürcher Verleger Ernst Bollmann und gründet 1936 den Micky-Maus-Verlag Bollmann. Unter der eingedeutschten Version des Namens werden sieben «Micky-Maus-Wunderbücher» (Pop-up-Bücher) publiziert, die auf Papier gebrachte Abenteuer des berühmtesten Mäuserichs der Welt und seiner Freunde erzählen. Darüber hinaus erscheinen 19 Ausgaben der Micky-Maus-Zeitung.

Bild: Mickey Mouse (Stockfoto)

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SAC

Zentralbibliothek des SAC

Die Zentralbibliothek des Schweizer Alpen-Clubs ermöglicht den Zugriff auf eine der grössten Bergbibliotheken überhaupt. Die Depotbibliothek ist eine Fundgrube für Literatur aus den frühen Jahren des Alpinismus. Sie enthält zudem eine weltweit einmalige Sammlung von Panoramen. Die Bestände umfassen auch aktuelle Führer und Zeitschriften zum Wandern und Klettern, zum Mountainbiken und Gleitschirmfliegen, für Klettersteige, Hoch- und Skitouren.

Bild: Titlisspitze, zwischen 1891 und 1914, Photochrom, Graphische Sammlung und Fotoarchiv

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Gessner ZB Fassade

Conrad Gessner

Als Hommage an diesen wichtigen Zürcher und Förderer der Bibliothek thront Conrad Gessner noch heute als Standbild gemeinsam mit Johann Jakob Bodmer über dem Eingang der Zentralbibliothek Zürich – intern etwas salopp «die Säulenheiligen der ZB» genannt. Gessner war einer der bedeutendsten Gelehrten der Schweiz, da er sich nicht mehr auf die tradierten Erkenntnisse der Antike und des Mittelalters verliess, sondern seine eigenen Naturbeobachtungen anstellte – seine qualitativ überdurchschnittlichen Zeichnungen bildeten daher einen ungeheuren Mehrwert für die damalige Forschung.

Bild: Conrad Gessner als Standbild am Hauptgebäude der ZB

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Herbarium Rousseau

Véronique des champs

Dieses unscheinbare Pflänzchen trägt den Namen «Véronique des champs» und steckt auf Blatt 8 des «Petit Herbier pour Mademoiselle Julie Boy-de-la-Tour». Das in einem grünen Kästchen aufbewahrte Herbarium wurde 1772 vom Kulturphilosophen Jean-Jacques Rousseau angefertigt und mit Kommentaren versehen. Es enthält 101 Pflanzen, aufgeklebt mit goldenen Papierstreifen und mit roten Linien umrandet. Über Umwege und nach mehrmaligem Verschwinden gelangte die Pflanzensammlung zur Empfängerin in Lyon. Deren Tochter schenkte das Herbarium 1833 der Stadtbibliothek Zürich. Es ist das einzige seiner Art im Bestand der Zentralbibliothek.

Bild: Jean-Jacques Rousseaus Herbarium für Julie Boy-da-la-Tour

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Himbeeren Rheinau

Beerenstudie in Aquarell

Saftig und prall wirkt dieses Beerenbüschel auf Blatt 219 des prächtig gemalten Tier- und Pflanzenbuchs (17. Jh.) aus dem Kloster Rheinau. Der Zeichner, der bald nach der Natur beobachtete, bald stilisierte Pflanzen in der Papierhandschrift Ms. Rh. hist. 161 malte, ist bisher nicht identifiziert. Laut Kaufvermerk erwarb Pater Blasius Hauntinger die Aquarell-Sammlung 1822 für die Bibliothek des Klosters Rheinau, die manches naturwissenschaftliche Werk sammelte. Von dort gelangte der Grossfolio-Band 1863 in die Kantonsbibliothek Zürich.

Bild: Zeichnung eines unbekannten Zeichners

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Hirsebrei Mann

Ausrufbild Wildbret-Mann

Die vom Zürcher Kupferstecher David Herrliberger (1697–1777) Mitte des 18. Jahrhunderts dargestellten Händlerinnen und Händler bilden eine einzigartige Quelle volkskundlicher Informationen, zum Beispiel auch zum Essen und Trinken im alten Zürich. In Zürich galt das Wildbret als Leckerbissen. Die Jagd war ein Privileg des Adels und entsprechend unverzichtbarer Bestandteil adeliger Festbankette. Um Hirschfleisch immer verfügbar zu haben, wurde Rotwild mitunter in grossen Gattern gehalten. In Zürich war es der «Hirschengraben», der für steten Nachschub sorgte. Den Bauern stand dagegen ab dem Spätmittelalter bis ins 18. Jahrhundert bestenfalls noch die Jagd auf das Niederwild offen.

Bild: Kupferstich von David Herrliberger (1697–1777)

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Giraffe Gessner

Giraffe von Melchior Lorichs

Die Zeichnung der Giraffe, die der Maler und Topograf Melchior Lorichs (1527–1564) in Konstantinopel zur Zeit von Suleimān dem Prächtigen angefertigt hat, ist die erste, die den anatomischen Gesamtcharakter des Tiers einigermassen exakt wiedergibt. Die Zeichnung erschien 1559 als Einblattdruck bei Hans Adam in Nürnberg und diente 1560 dem Universalgelehrten Conrad Gessner als bevorzugte Vorlage für die zweite Ausgabe seiner «Icones animalium». Nach Gessners Tod gelangte das Blatt in den Besitz des Chorherren Johann Jakob Wick und aus dessen Nachlass (Wickiana) letztlich in den Bestand der heutigen ZB.

Bild: Zeichnung von Melchior Lorichs (1527–1564)

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Hirsch Jagdbibliothek

Kapitaler Hirsch

«Ein solcher Hirsch ist zu Landsperg gefangen worden …» steht neben diesem kapitalen Hirsch, der gleich vier Geweihstangen mit zahlreichen Enden präsentiert. Er findet sich unter den bald naturgetreuen, bald fantasievollen Darstellungen von Säugetieren, Vögeln, Insekten und Pflanzen im Grossfolio-Band Ms. Rh. hist. 161 aus der Bibliothek des Klosters Rheinau. Auch anderes Wild sowie Jagdhunde hält die Aquarell-Sammlung des 17. Jahrhunderts fest und ergänzt damit die reichhaltigen Bestände zur Jagdgeschichte in der Zentralbibliothek. Leider ist der Zeichner nicht namentlich bekannt.

Bild: Zeichnung eines unbekannten Zeichners

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Eugen

Mein Name ist Eugen

«Mein Name ist Eugen» ist ein Schweizer Jugendbuchklassiker des Berner Pfarrers und Gemeindepolitikers Klaus Schädelin. Er erschien 1955 im Zürcher Zwingli-Verlag. Illustriert wurde das Buch vom Kunsthistoriker Rudolf Schnyder (1931–2015), Leiter der Abteilung Keramik am Schweizerischen Landesmuseum in Zürich und Extraordinarius an der Universität Zürich. Rudolf Schnyder lebte als Student als Untermieter in Schädelins Pfarrhaus und wurde von diesem gebeten, das Buch zu illustrieren.

In der Zentralbibliothek Zürich führt die Abteilung Turicensia das Bucharchiv des Zwingli-Verlags (Signatur VAR 135) und des TVZ (Signatur VAR 133).

Bild: Ausschnitt aus der ersten Ausgabe des Buchs von Klaus Schädelin, Illustration von Rudolf Schnyder

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Strauss Rheinau

Vogel Strauss

Beim Blättern durch das wunderbar gemalte Tier- und Pflanzenbuch, das Pater Blasius Hauntinger 1822 für die Bibliothek des Klosters Rheinau erwarb, entdeckt man auch diesen Strauss. Etwas mürrisch scheint er auf den Betrachter zu blicken. Sein Oberschnabel ist untypisch stark gekrümmt, während die kräftigen Beine die Laufkraft des flugunfähigen Vogels betonen. Die Tierdarstellungen im 228 Blätter starken Grossfolio-Band Ms. Rh. hist 161, der ins 17. Jahrhundert datiert wird, wurden bald nach der Natur, bald nach der Fantasie gefertigt. Der Name des Zeichners ist bisher nicht bekannt.

Bild: Zeichnung eines unbekannten Zeichners

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Gueggel Dachreiter

Der Güggel auf dem Dachreiter

Der Güggel thront zuoberst auf dem Dachreiter hoch über dem Predigerchor, in dem die Ausstellungen und die Musikabteilung der Zentralbibliothek untergebracht sind. Der über den Chorfirst ragende Dachreiter entstand im 15. Jahrhundert. Bis zum Bau des Glockenturms 1899/1900 befand sich dort die einzige Glocke der Predigerkirche. Gemäss der datierten Inschrift vom Jahr 1451 handelt es sich um die älteste noch am Ort hängende Glocke der Stadt Zürich. Gottfried Keller hat Dachreiter und Güggel im «Grünen Heinrich» beschrieben: «Mit mehr Richtigkeit nannte ich vorzugsweise ein langes hohes Kirchendach, das mächtig über alle Giebel emporragte, den Berg. Seine gegen Westen gekehrte grosse Fläche war für meine Augen ein unermessliches Feld, auf welchem sie mit immer neuer Lust ruhten, wenn die letzten Strahlen der Sonne es beschienen … Auf diesem Dache stand ein schlankes, nadelspitzes Thürmchen, in welchem eine kleine Glocke hing und auf dessen Spitze sich ein glänzender goldener Hahn drehte.»

Am 23. September 2013 schrieb Beat Conrad in BAU-Flash, der Zeitschrift für die Baubranche, über die Restauration des Dachreiters: «Im Laufe der Jahrhunderte verlor das T(h)ürmchen nicht nur sein «h», sondern auch seinen Halt. Die filigrane Holzkonstruktion – zu damaliger Zeit ein Meisterwerk der Zimmermannskunst – machte das Türmchen anfällig für Wind und Wetter. Dreimal stürzte es vom Dach, ein weiteres Mal die Spitze mit Hahn und Kugel. Zuletzt war es wieder so instabil, dass die Glocke nicht mehr schlug, um Vibrationen zu vermeiden. Weil die Gefahr bestand, dass der Turm ganz oder in Teilen in den Hof fallen könnte, entschloss man sich zur Sanierung.»

Bild: Güggel auf dem Dachreiter; Foto von Peter Moerkerk

Mumin

Lies dir was aus Finnland aus!

Ich bin Mumin. Geschaffen hat mich Tove Jansson, die finnlandschwedische Schriftstellerin und Künstlerin aus Helsinki. In der Bibliotheca Fennica findest du ihre Comics und Bücher. Die Fennica ist Teil der Zentralbibliothek Zürich und umfasst 8000 Titel und etwa 200 DVDs. Im Zentrum steht die Literatur, in Finnisch, Schwedisch und in deutscher Übersetzung. Weitere Schwerpunkte sind Geschichte, Kunst, Musik, Architektur und Design. Jedes Jahr kommen etwa 150 Bücher und DVDs dazu. Schau vorbei oder besuch eine Führung zur Fennica! Auf Schwedisch heisse ich übrigens Mumintrollet und auf Finnisch Muumipeikko.

Bild: Mumin (Stockfoto)

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Bueste Wagner

Wagners Welt

Nach dem Leben modelliert, als Ausdruck des gewaltigen Geistes Richard Wagners, von dessen Frau Cosima geschätzt, posthum gegossen. Die Wagner-Büste von Lorenz Gedon, Münchner Architekt und Bildhauer, gehört zur Wagneriana-Sammlung der Zentralbibliothek, die als eine der umfangreichsten weltweit gilt. Der zeitliche Schwerpunkt liegt auf Wagners neun Zürcher Jahren. Durch Ankäufe und Schenkungen wird sie stetig erweitert. Die Büste steht im Lesesaal der Musikabteilung im Predigerchor.

Bild: Richard Wagner, Büste (Guss posthum), Bronze, von Lorenz Gedon (1880–1883)

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Schachfigur

Schachfigur

Die Darstellung einer Schachfigur steht stellvertretend für die Vielzahl an Themen, zu denen die Zentralbibliothek Zürich Medien aussucht und bereitstellt. Ausgangspunkt waren zwei Schenkungen: Eine aus dem Jahr 1947, in der die ZB die Bibliothek der Schachgesellschaft Zürich (ältester Schachverein der Welt!) übernommen hat, und eine «Helvetische Schachbibliothek» aus dem Jahr 2010. Somit kann sich die Zentralbibliothek Zürich über die schweizweit grösste Schachbibliothek der Welt freuen.

Bild: Schachfigur, stellvertretend für die Vielzahl der Themen und die grösste Schachbibliothek der Welt; Foto: Peter Moerkerk

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Nebelspalter

Nebelspalter

Der Nebelspalter, 1875 in Zürich gegründet, ist heute die älteste satirische Zeitschrift der Welt. Die Zentralbibliothek Zürich besitzt sämtliche Jahrgänge und hat ausserdem zahlreiche weitere Satiremagazine aus dem 19. und 20 Jahrhundert wie der englische «Punch» oder das französische Satireblatt «Le Charivari» in ihrem Bestand. In der Zeichnung «Die Schweiz», eine symbolische Darstellung von J.F. Boscovits, die am 10. November 1917 veröffentlicht wurde, zeigt sich, dass sich ein Graben durchs Land zieht: Während die Westschweizer mit Frankreich und deren Verbündeten sympathisieren, schlägt das Herz der Deutschschweizer für die Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn. Diese Zerreissprobe zwischen der Deutschschweiz und der Romandie nutzten die grossen Kriegsparteien für einen flächendenkenden Propagandakrieg.

Bild: Symbolische Darstellung der Schweiz von J.F. Boscovits

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Landvogt Escher

Marx Escher, Landvogt von Greifensee

Die Zeichnung zeigt Marx Escher (1510–1561) aus der Zürcher Familie der Escher vom Luchs 1534 in seiner Funktion als Landvogt von Greifensee. In der rechten Hand hält er eine Luntenschlossgewehrschleuder, in der linken das Familienwappen. Der Scheibenriss, ein Entwurf für eine Glasscheibe, stammt aus der Sammlung des Zürcher Papierfabrikanten und Spitalpflegers Leonhard Ziegler zum Egli (1782–1854), dessen Schenkung 1854 zur Gründung der Graphischen Sammlung der damaligen Stadtbibliothek Zürich führte.

Bild: Zeichnung eines unbekannten Zeichners von Marx Escher, Landvogt von Greifensee, im Jahr 1534

Bullinger

Der Reformator Heinrich Bullinger

Heinrich Bullinger (1504–1575) wurde 1531 als Nachfolger von Ulrich Zwingli zum Antistes der Zürcher Kirche berufen. Das Buch, das der Geistliche in den Händen hält, unterstreicht die Bedeutung des Wortes im reformierten Gedankengut. Das Porträt stammt von Hans Asper (um 1499–1571), dem führenden Zürcher Maler der Reformationszeit. 1559 hielt er Bullinger in der für ihn typischen nüchternen Malweise fest. Das Gemälde ist eines von rund 550 Werken der Gemäldesammlung der ZB, deren Schwerpunkt auf Porträts von Zürcher Bürgermeistern und Theologen liegt.

Bild: Porträt Heinrich Bullingers von Hans Asper

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Josephine Baker (Roman Clemens)

Josephine Baker

Die Collage des Bühnenbildners und Malers Roman Clemens (1910–1992) zeigt die US-amerikanisch-französische Tänzerin Josephine Baker (1906–1975). Das 1929 entstandene Blatt visualisiert die sinnliche Eleganz des Art Déco. Das Kunstwerk ist ein Beispiel, wie der dokumentarisch-kulturhistorische Charakter der Graphischen Sammlung in den letzten Jahren durch eine kleine, aber feine Kollektion an Zürcher Kunst des 20. Jahrhunderts bereichert wurde.

Bild: Collage von Roman Clemens, deutscher Künstler, unter anderem Bühnenbildner am Opernhaus Zürich (1932–1943)

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Globi Zoo

Globi im Zoo

Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der Zürcher Warenhauskette Globus hatte deren damaliger Werbeleiter, Ignatius Karl Schiele, 1932 die Idee zu der legendären Kinderbuchfigur, die der Zeichner Robert Lips dann entwickelte. Doch zu Beginn war Globi noch nicht der heutige populäre Vogel. Vielmehr pries er als Werbefigur die günstigen Globusprodukte in Zeitungsinseraten und hausintern in Werbekampagnen an. Die Illustration steht beispielhaft für die Buchkunst, die innerhalb der jüngeren Bestände der Graphischen Sammlung einen Schwerpunkt einnimmt.

Bild: Ausschnitt aus dem Titelbild von «Globi im Zoo» (um 1947)

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Charlie Chaplin

Charlie Chaplin

Charlie Chaplin, eigentlich: Sir Charles Spencer Chaplin jr. (*1889, London, †1977, Corsier-sur-Vevey). Kein Zürcher, auch kein Schweizer, sondern ein Brite, oder wie er es sah: ein Weltbürger. Der einflussreichste Komiker der (Stumm-)Filmgeschichte hat nach ersten Bühnenversuchen in London und bewegten Jahren in Hollywood die letzten 25 Jahre seines Lebens am Genfersee verbracht. In den Beständen der ZB finden sich nicht nur zahlreiche Bücher über Charlie Chaplin, sondern in ihrer stetig wachsenden DVD-Sammlung auch viele seiner Filme.

Bild: Charlie Chaplin (Stockfoto)

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Hirsebrei Frau

Ausrufbild Hüppen-Frau

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts befand sich der berühmte Zürcher Kupferstecher David Herrliberger (1697–1777) auf dem Höhepunkt seines Schaffens und legte eines seiner wichtigsten Werke vor: die «Zürcherischen Ausruff-Bilder». Mit der feinfühligen Darstellung von Strassenhändlern, die ihre Waren anpreisen, stand Herrliberger in einer langen Traditionslinie: Seit dem 16. Jahrhundert waren in jeder grösseren Stadt solche Druckgrafiken entstanden. Durch die meisterhafte Detailtreue seiner handkolorierten Arbeiten, die zu Herrlibergers heitersten Werken gehören, übertraf er seine Vorgänger jedoch bei Weitem. Sie bilden den einzigen schweizerischen Beitrag zu dieser Grafikgattung. Auch für die Mundartforschung sind Herrlibergers Bücher von besonderer Bedeutung, da über dem hochdeutschen Vers, der die zum Verkauf stehenden Waren kommentiert, der eigentliche Ausruf in Mundart festgehalten ist. Auf diese Weise verstärkt Herrliberger die Authentizität seiner Figuren und verleiht seinen Werken den Status einer wissenschaftlichen Quelle, die der Volkskunde auch heute wertvolle Informationen liefert.

Bild: Kupferstich von David Herrliberger (1697–1777)

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Scanoperator

Scanoperator

Im Laufe der letzten Jahre hat die Digitalisierung in der Zentralbibliothek Zürich immer mehr Gewicht erhalten. Wertvolle Bücher, Handschriften und Objekte hochauflösend einzuscannen und der Öffentlichkeit auf den Plattformen e-rara und e-manuscripta permanent zur Verfügung zu stellen, ist die Aufgabe des leistungsfähigen Digitalisierungszentrums (DigiZ) der ZB. Fünfzehn Scanner mit unterschiedlichen Öffnungswinkeln helfen den 23 Mitarbeitenden dabei, diese Arbeit (2016: 1,5 Millionen Scans) schonend und speditiv zu erledigen.

Bild: Scanoperator der ZB

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Musikgesellschaft

Typisch Musikgesellschaft

Dekoriert mit Trompeten und Blattwerk ziert das Zürcher Wappen die Seidenfahne, mit der die musikliebenden Zürcher Herren an das eidgenössische Musikfest zogen, um gemeinsam zu singen und zu musizieren. Die 1823 entstandene Fahne gehört heute der Allgemeinen Musik-Gesellschaft Zürich (AMG), die das Zürcher Musikleben vom 17. bis zum 19. Jahrhundert prägte. Ihr Archiv erlaubt Einblicke in die Musikgeschichte der Stadt, ihre Bibliothek geniesst aufgrund ihrer teils raren Musikalienbestände und in ihrer Unversehrtheit als typische Bibliothek einer Musikgesellschaft internationales Ansehen. Beides wurde der Zentralbibliothek anlässlich ihrer Gründung als Depot übergeben und gehört zum Kernbestand der Musikabteilung.

Bild: Fahne der Zürcher Sektion der Schweizerischen Musikgesellschaft, Seidenmoirée bemalt, 1823, restauriert Anfang der 1840er Jahre

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Zauberlehling (Hans Ticha)

Der Zauberlehrling

Die Darstellung ist ein Ausschnitt aus einem Exlibris des deutschen Künstlers Hans Ticha (geb. 1940). Die Graphische Sammlung besitzt rund 10‘000 Exlibris. Solche Kleingrafiken passen als Sammlung perfekt in eine Bibliothek, verweisen die Exlibris, die vorne in die Bücher eingeklebt wurden, doch auf die Bucheigner. Lange Zeit geschah dies über Familienwappen, später über die berufliche Tätigkeit, den persönlichen Lebensraum, Liebhabereien und Charakterzüge oder ganz direkt über Bücher in der Darstellung einer Bibliothek – in ernster, humorvoller und beschwingter Art oder als Bilderrätsel wie beim vorliegenden Zauberlehrling.

Bild: Exlibris von Hans Ticha

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Zueri Lieder

Züri-Lieder

«De Heiri hätt es Chalb verchauft! ... De Heiri wott das öppis lauft!» Unvergessen bleibt Ruedi Walter als Bauer Heiri in der Kleinen Niederdorfoper, der sich einen Abend im Zürcher Dörfli gönnt. Nicht nur in Paul Burkhards musikalischem Lustspiel finden sich in der ZB zahlreiche Züri-Lieder: Populäres wie Unentdecktes bieten die Nachlässe, die Sammlung «Leichte Muse» und der ausleihbare Notenbestand. Dazu kommen Aufführungsdokumentationen wie Fotografien, Programme und Plakate sowie neue und historische Tonaufnahmen. Einer musikalischen Exkursion durch Zürich steht also nichts entgegen!

Bild: Ruedi Walter als Bäuerlein Heiri in Paul Burkhards «Die kleine Niederdorfoper»; Fotografie von Edi Baur; Quelle: Stadtarchiv Zürich

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Koralle

Rote Koralle

Die rote Koralle stammt aus dem Blackwellischen Kräuterbuch, einem für Apotheker und Ärzte gedachten Nachschlagewerk mit den damals wichtigsten Heilpflanzen und 615 Illustrationen. Die wunderbar kolorierten Tafeln zeichnete die ungelernte Elizabeth Blackwell, um ihren Ehemann aus dem Gefängnis freizukaufen. Die hier vorliegende Ausgabe ist die von namhaften Botanikern gründlich überarbeitete deutsch-lateinische Fassung des sehr erfolgreichen Originals «A Curious Herbal» (1737–39). Die sechs Bände mit einem Wert von ca. 30‘000 Franken aus dem Vorbesitz der Naturforschenden Gesellschaft können in der ZB (Alte Drucke) und online angesehen werden.

Bild: Illustration aus dem Buch von Elisabeth Blackwell: Vermehrtes und verbessertes Blackwellisches Kräuter-Buch. Nürnberg 1750-73. Signatur: NB 135-140

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Arion Fisch Joh Meyer

Zürcher Musikgeschichten

Ein furchterregender Fisch, auf dem ein Jüngling mit Harfe reitet? Das Motiv der Sagengestalt Arion auf dem Delfin vor der Kulisse Zürichs gehört zur Geschichte der Zürcher Musikgesellschaften. Es zierte das erste Neujahrsblatt sowie das 1718 begonnene erste Protokollbuch der Gesellschaft «ab dem Musiksaal», später die Orgel im Chorherrensaal im Grossmünster und die Fahne der Zürcher Sektion der Schweizerischen Musikgesellschaft. Mit den historischen Archiven bzw. Bibliotheken der Allgemeinen Musik-Gesellschaft (AMG), von Konservatorium, Tonhalle und Opernhaus dokumentiert die Musikabteilung die Zürcher Musikgeschichte(n).

Bild: Die Music Gesellschafft in Zürich, Radierung von Johannes Meyer, ca. 1685

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Elefant

«Government Elephant in State Costume»

1892–1914 übergab die Firma Orell Füssli der Stadtbibliothek jährlich die neu erschienenen Photochroms, deren Anzahl sich auf 10'000 summierte. Der Photochromdruck ist ein Flachdruckverfahren zur Herstellung von Farbreproduktionen. Die Photochroms zeigen einerseits einheimische Sehenswürdigkeiten und Ansichten, appellierten aber andererseits auch an die Sehnsüchte des Publikums nach exotischen Örtlichkeiten, die vor der Zeit des Massentourismus in die heimische Stube gebracht wurden. Das Photochrom hier zeigt einen prachtvoll geschmückten Elefanten, der in Indien wegen des Elefantengottes Ganesha als heiliges Tier angesehen wird. Zudem ist der Elefant das Wappentier des südindischen Bundesstaates Kerala.

Bild: Photochrom von Orell Füssli

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Muschel

Das grösste Tafelwerk über Muscheln

Handkolorierter Kupferstich aus dem grössten je produzierten Tafelwerk über Muscheln. Die äusserst detailgetreuen Zeichnungen auf den insgesamt 12 Tafeln stammen vom deutschen Künstler Franz Michael Regenfuss. Zu jeder Kupfertafel gibt es eine Erklärung und die Benennung «in lateinisch= teutsch= französisch= holländischen Terminis». Der Band wurde von Friedrich V. finanziert und war ein sofortiger Erfolg, da er dem wachsenden Interesse an «Exotischem» entsprach. Das Werk ist Teil der Bibliothek der Naturforschenden Gesellschaft. Deren 26‘000 Bände können im Lesesaal Alte Drucke und grossenteils online angesehen werden.

Bild: Muschel aus Franz Michael Regenfuss: Auserlesne Schnecken, Muscheln und andre Schaalthiere. Kopenhagen 1758. Signatur NF 87

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Maske Kaspar Fischer

Maske von Kaspar Fischer

Die Fotografie von Kurt Wyss zeigt eine Maske aus Kaspar Fischers Stück «Yuya und der Zauberer». Kasper Fischer (1938–2000) war einer der innovativsten Schweizer Bühnenkünstler seiner Zeit und der einzige Schauspieler, der auf der Bühne sogar eine Gemüsesuppe darstellen konnte. Mit seinen Improvisationen und den meisterhaften Inszenierungen von Metamorphosen begeisterte er das Publikum auch über die Landesgrenzen hinaus.

Sein Nachlass mit Zeichnungen, Textbüchern, Masken und anderen Theaterrequisiten ist eines der Highlights unter den zahlreichen Künstlernachlässen in der Zentralbibliothek.

Bild: Maske von Kaspar Fischer, fotografiert von Kurt Wyss

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Hebraeerland Frontispitz

Hebräerland

Das Buch «Hebräerland» von Else Lasker-Schüler (1869–1945), 1937 bei Oprecht in Zürich verlegt, entpuppte sich als Verkaufsflop. Doch das war für die deutsch-jüdische Dichterin noch das geringste Problem. Sie war nach der nationalsozialistischen Machtergreifung nach Zürich emigriert, von wo sie Reisen ins Hebräerland (Palästina) unternahm. 1939 durfte sie nicht wieder in die Schweiz einreisen und starb verarmt und vereinsamt in Jerusalem. In Zürich sind von ihr nur ein paar Koffer zurückgeblieben. In der Zentralbibliothek Zürich befinden sich einige Briefe von ihr und viele ihrer veröffentlichten Bücher.

Bild: Titelbild des Buchs «Hebräerland» von Else Lasker-Schüler, 1937 im Verlag Dr. Oprecht und Helbling erschienen

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Bueste Escher

Hermann Escher

Der Historiker Hermann Escher (1857–1938) amtierte ab 1887 als Oberbibliothekar der Stadtbibliothek Zürich. Er engagierte sich für die Vereinigung mit der Kantonsbibliothek zur Zentralbibliothek Zürich; von 1916 bis 1932 war er deren erster Direktor. Escher begründete den Schlagwortkatalog und führte den alphabetischen Zentralkatalog der Zürcher Bibliotheken ein. Als einer der renommiertesten Schweizer Bibliothekare seiner Zeit genoss er internationales Ansehen.

Bild: Porträt des Zürcher Bildhauers Arthur Abeljanz (1885–1970), ein Beispiel für die Büstensammlung der Zentralbibliothek Zürich.

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Hirsebrei Apfel

Der Apfel von Rudolf Meyer

Das Aquarell stammt vom Zürcher Maler Rudolf Meyer (1803–1857), von dessen Hand die Graphische Sammlung 22 zauberhafte Blätter von Früchten und Blüten besitzt. Sie stammen aus dem Nachlass von Gottfried Keller, dessen Lehrer Meyer in den Jahren 1837–1838 war. Keller vermachte der damaligen Stadtbibliothek mit seinem Ableben nicht nur Meyers Aquarelle, sondern auch sein eigenes bildkünstlerisches Schaffen sowie seinen Hausrat, der unter anderem seinen Pelzmantel, sein Schreibpult und seinen Aschenbecher umfasst.

Bild: Aquarell von Rudolf Meyer (1803–1857)

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Bueste Lavater

Lavater, eine europäische Berühmtheit

Der Zürcher Theologe Johann Kaspar Lavater wurde durch seine «physiognomischen Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe» europaweit bekannt, indem er menschliche Charaktere anhand der Gesichtszüge und Körperformen zu erkennen glaubte. Sein Porträt stammt vom Weimarer Hofbildhauer Martin Gottlieb Klauer (1742–1801) und ist vermutlich ein Entwurf für eine Büste im Park in Wörlitz (Sachsen-Anhalt), der zum Weltkulturerbe gehört. Das Porträt bereichert die traditionelle Büstensammlung der ZB, die früher in der Stadtbibliothek in der Wasserkirche zu sehen war – nach den Worten des nachmaligen ZB-Direktors Hermann Escher «eine stummberedte Versammlung von Männern, die den Namen der Stadt im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert weit hinaus in die Welt getragen hatten».

Bild: Porträt Johann Kaspar Lavaters von Martin Gottlieb Klauer

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Kleidung wider den Tod

Ein Kleÿdung wider den Todt

Bei dieser Darstellung handelt es sich um einen Pestarzt in Rom mit Maske und Stab in bodenlangem Gewand. An der Maske lässt sich ablesen, wie man sich zur Entstehungszeit des vorliegenden Blatts 1656 die Ansteckung durch die Pest erklärte. Es herrschte die Vorstellung, dass die Pest durch verdorbene Luft aus dem Osten, den sogenannten Pesthauch, ausgelöst werde. Deswegen enthielt die schnabelartige Nase einen Schwamm, die mit aromatischen Essenzen getränkt war. Das Kunstwerk ist ein beredtes Beispiel für den hohen kulturhistorischen Wert solcher gedruckter Darstellungen.

Bild: Kupferstich anonym, möglicherweise Nürnberg 1665

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Huckleberry Finn (Tom Sawyer)

Huckleberry Finn

Eigentlich Themen wie Frühsozialismus, Marxismus, Widerstand gegen den Nationalsozialismus usw. gewidmet, beherbergt die von Theo & Amalie Pinkus aus ihrer Privatbibliothek hervorgegangene «Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung» auch Klassiker der schönen Künste und Literatur. Darunter befinden sich beliebte Bände wie Mark Twains Meisterwerk «Huckleberry Finns Abenteuer und Fahrten» in der deutschen Ausgabe von 1892.

Bild: Ausschnitt der Titelseite «Huckleberry Finns Abenteuer und Fahrten» von Mark Twain, Stuttgart 1892

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Kampf gut gegen boese

Sonne und Mond im Gleichgewicht der Kräfte

Auf einem Löwen und einem Greif kämpfen Sonne und Mond im Turnier miteinander. Indem sie ihre Lanzen ins gegnerische Schild stemmen, halten sie sich gegenseitig in Schach. Diese geheimnisvolle Illustration findet sich in der lateinischen Alchemie-Abhandlung «Aurora consurgens» (um 1420/30) aus der Bibliothek des ehemaligen Klosters Rheinau. Sie zählt zu den Raritäten unter den medizinischen und alchemistischen Schriften des Mittelalters in der Zentralbibliothek. C.G. Jung gebrauchte solche Symbolbilder der «Goldmacher» für die Darstellung seiner Theorie des Unbewussten und seelischer Gegensätze.

Bild: Illustration des Kampfs zwischen Sonne und Mond in der «Aurora consurgens» (um 1420/30)

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Leierlaute

Musikgeschichtliche Raritäten

Dunkle Töne, dunkle Vergangenheit. Durch ihre Klangfarbe wurde die Gitarre mit dem lyraförmigen Korpus zu einem beliebten Instrument zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zur Geschichte dieses spezifischen Instruments ist allerdings nichts bekannt ausser der Tatsache, dass es mit dem Nachlass des polnisch-schweizerischen Komponisten Czeslaw Marek in die ZB kam. Die Lyragitarre wird nun ebenso aufbewahrt wie die Taktstöcke von Wilhelm Furtwängler oder eines der ersten Metronome, die ihr Erfinder Johann Nepomuk Maelzel produzierte. Es gibt also diverse Raritäten, die man in der ZB nicht vermutet!

Bild: Lyragitarre, Herkunft unbekannt

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Jeanne Hersch

Die Philosophin Jeanne Hersch

Die Fotografie von 1932 zeigt die junge Genferin Jeanne Hersch (1910–2000) während ihres Studiums, das sie unter anderem bei Karl Jaspers und Martin Heidegger absolvierte. Die streitbare und politisch engagierte Akademikerin war eine der bekanntesten Schweizer Intellektuellen des vergangenen Jahrhunderts. Besonders die allgemein verständliche Erklärung der Philosophie lag ihr am Herzen. Die zentralen Themen ihres Denkens waren die Freiheit, Würde und Verantwortung des Menschen. Ihr Nachlass gehört zu den sogenannten «Gelehrtennachlässen», die einen der Sammelschwerpunkte der Zentralbibliothek bilden.

Bild: Jeanne Hersch während ihres Studiums im Jahr 1932

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Johann Heinrich Escher Familienwappen

Wappen von Johann Heinrich Escher vom Luchs

Das Wappen des Johann Heinrich Escher vom Luchs steht stellvertretend für den reichen Schatz an Zürcher Familienarchiven, die in der ZB aufbewahrt werden: Neben den Escher vom Luchs und den Escher vom Glas etwa auch das der Familien Gessner, Hess, Hirzel, Lavater, Nüscheler, Ott oder Werdmüller – alles Namen, die Zürichs Geschichte wesentlich geprägt haben. Daneben finden sich auch Zunftarchive und Gesellschaftsarchive wie etwa das des Kollegiums der Wohlgesinnten, einer frühaufklärerischen Sozietät, innerhalb deren die Bürger frei diskutieren konnten. Die ZB ist daher eine wahre Schatzkammer für eine Zürcher Geschichte aus der Perspektive der Bürger.

Bild: Wappen aus Erhard Dürstelers Stemmatologia Tigurina (Ms E 16, f. 38r)

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Ricarda Huch Bueste

Ricarda Huch, die erste Akademikerin

Die deutsche Schriftstellerin Ricarda Huch studierte 1887 bis 1891 an der Universität Zürich Geschichte, Philologie und Philosophie. 1891 bis 1894 arbeitete sie in der Stadtbibliothek in einer eigens für sie eingerichteten Stellung als Bibliothekssekretärin – als erste Akademikerin an einer Schweizer Bibliothek. Huch war seit 1893 mit dem Zürcher Ehepaar Emmy und Hermann Reiff-Frank befreundet. Vermutlich gab Emmy Reiff-Frank das Porträt 1916 beim Berliner Bildhauer Paul Peterich in Auftrag und schenkte es vier Jahre später der ZB. Nicht zuletzt ist der Reichtum der Graphischen Sammlung der ZB vor allem grosszügigen Gönnerinnen und Gönnern zu verdanken.

Bild: Porträt von Ricarda Huch, vermutlich von Paul Peterich

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Sándor Petõfi

Sándor Petõfi

In seinem kurzen Leben von gerade 26 Jahren hatte Sándor Petőfi (1823–1849) von Gott alles bekommen, was einen Dichter zum Mythos hochhebt: Liebe, Talent und Heldentod auf dem Schlachtfeldfeld in der ungarischen Revolution 1848/1849. Bis heute zählt er zu einem der bedeutsamsten Lyriker in Ungarn, daher wohl würdig als Repräsentant der ungarischen Literatur.

Seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts sammelt die Zentralbibliothek Zürich Bücher zur Hungarologie. Im Jahr 1990 übernahm die Bibliothek die gesamte ungarische Sammlung von der Landesbibliothek in Bern. Dadurch wurde der ungarische Bestand der ZB sowohl quantitativ als auch qualitativ die wichtigste Hungarica-Sammlung der Schweiz. Im Bestand findet man zwar Bücher zur ungarischen Kultur und Geschichte, im Zentrum steht jedoch die Belletristik. Erworben wird Literatur in der Originalsprache und in deutscher und englischer Übersetzung.

Bild: Gemälde von Orlai-Pertics Soma (1822–1880) aus dem «Petőfi–Album: adatok, okmányok és képek Petőfi Sándor diadalútjáról» von Gerő Ödön, Budapest 1904.

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Tukan

Tukan

Der sogenannte Tukan (hier nachkoloriert) ist nur eine der unzähligen Zeichnungen und Naturbeobachtungen des Universalgelehrten Conrad Gessner, die er unter anderem in der «Historia Animalium» und der «Historia plantarum» festhielt. Die Darstellungen bestechen durch äusserst detailgetreue Linienführungen und eine genaue Beobachtungsgabe dieser Ausnahmeerscheinung – auch «Leonardo da Vinci der Schweiz» genannt.

Bild: Zeichnung von Conrad Gessner, nachkoloriert von Jens Riedmann, in: Icones avium, Zürich 1560, S. 130, Signatur: NNN 44,2/

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Pinup Girl

Sports Illustrated

Sports Illustrated ist eine US-amerikanische, wöchentlich erscheinende Sportzeitschrift. Sie wurde erstmals am 16. August 1954 herausgegeben. Heute wird Sports Illustrated von durchschnittlich 23 Millionen Menschen gelesen. Die Zeitschrift wählt jährlich den Sportler des Jahres in den Vereinigten Staaten. Die einmal jährlich erscheinende Sports Illustrated Swimsuit Issue wurde erstmals 1964 veröffentlicht. Sie zeigt Models und Sportlerfrauen in Bikinis an exotischen Orten. Models wie Heidi Klum, Paulina Porizkova und Tyra Banks schafften ihren Durchbruch in der Modeindustrie mit der Coverzierung des Magazins.

Bild: Figur aus Sports Illustrated (Stockfoto)

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NZZ Reiter

Postreiter der Zürcher Zeitung

Die Neue Zürcher Zeitung, auch NZZ genannt, ist die älteste heute noch erscheinende Zeitung der Schweiz. Erstmals wurde sie am 12. Januar 1780 von Salomon Gessner unter dem Namen Zürcher Zeitung herausgegeben. Im Kopf stand ein Postreiter, der Neuigkeiten in Windeseile über die Stadt und ihre Grenzen hinaustrug. Die Erstausgabe der NZZ ist im Original im Lesesaal der Abteilung Alte Drucke und Rara einsehbar, die Jahrgänge bis 1993 zwecks Schonung der Originale auf Mikrofilm. Die Datenbank NZZ-online (nur für Angehörige der Universität oder in der ZB vor Ort) enthält die Ausgaben der NZZ ab 1993, des NZZ-Folio ab 1994 und der NZZ am Sonntag ab März 2002.

Bild: Postreiter der frühen NZZ

NZZ-Archiv
Mozart bei Gessner

Wunderkind Mozart

Zehn Jahre alt war Wolfgang Amadeus Mozart, als er 1766 auf einer Konzertreise mit der Familie in Zürich Station machte. Neben einem Besuch bei Salomon Gessner standen auch zwei Konzerte auf dem Programm. Als Probe seines Könnens und als Souvenir für die Gastgeber komponierte der junge Musiker und «Virtuos in der Composition» ein Klavierstück in F (KV 33B). Flüchtig ist es mit Bleistift auf der Rückseite des Einladungszirkulars der Musikgesellschaft niedergeschrieben. Erst 1952 gelangte das Blatt aus Familienbesitz in die ZB, die damit zu einem bis dahin unbekannten Mozart-Autograph kam.

Bild: Familie Mozart bei Salomon Gessner, Aquatinta gestochen von Franz Hegi, 1832

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Globus

Karten, Globen, Panoramen

Die Zentralbibliothek erwirbt jährlich weltweit neue kartografische Dokumente und ergänzt damit ihren wertvollen Kartenbestand, der bis ins Mittelalter zurück datiert. Zu den Neuzugängen zählen auch aus Privathand erworbene Einzelstücke wie das zeitgenössische Abbild des St. Galler Globus, das die Erforschung um die Herkunft dieses international bekannten Objekts der Zentralbibliothek ermöglicht und zudem illustriert, wie der mittlerweile schadhafte Originalglobus ursprünglich ausgesehen hat.

Bild: St. Galler Globus

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Carl Ruetti

Carl Rütti

Eine Jubiläumskomposition kann sich die Zentralbibliothek nur zu grossen Jahrestagen leisten. Zum 100. Geburtstag hat sie bei Carl Rütti ein Werk in Auftrag gegeben, das im traditionellen Neujahrskonzert der Allgemeinen Musik-Gesellschaft am 2. Januar 2017 uraufgeführt wird. Die Wahl fiel nicht zuletzt auf Rütti, weil er seinen Vorlass der Musikabteilung übergeben hat. Mit etwa 180 Nach- und Vorlässen von Komponisten, Musikern und Musikwissenschaftlern, darunter Hans Georg Nägeli, Othmar Schoeck oder Paul Burkhard, besitzt die ZB eine wichtige Sammlung schweizerischer Musikhandschriften der letzten 200 Jahre.

Bild: Carl Rütti, Fotografie, 2014

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Rolf Lyssy

Rolf Lyssy

Rolf Lyssy, *25. Februar 1936, hier fotografiert von Christian Scholz für die Mappenfolge «99 Portraits» ist nicht nur ein stadtbekannter Zürcher, sondern einer der erfolgreichsten Schweizer Filmregisseure. Wie der Zufall spielt, trägt das erste Drehbuch der Schweizer Drehbuch-Sammlung, welche die ZB in Zusammenarbeit mit der Zürcher Filmstiftung und der Cinémathèque Suisse seit zehn Jahren aufbaut, den Titel «Max und Moritz». Es handelt sich dabei um den ersten Drehbuchentwurf zu «Die Schweizermacher» (1978), nicht nur Lyssys bekanntestem Film, sondern dem bis dato erfolgreichsten Schweizer Film überhaupt.

Bild: Rolf Lyssy; Fotografie von Christian Scholz

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